EUROPA: Ein Bauwerk, vielfältige Perspektiven – seine Herkunft ist der Mensch selbst
Das Bauwerk „Schritt nach vorn“ entzieht sich einer eindeutigen Betrachtung. Mit jedem Perspektivwechsel verändert sich seine Erscheinung, ohne seinen Ursprung zu verlieren. Es wirkt einmal kraftvoll, dann filigran, einmal geschlossen, dann offen – als würde es sich dem Blick des Menschen immer wieder neu offenbaren.
Seine eigentliche Herkunft liegt jedoch nicht in Stein, Stahl oder Form. Sie liegt im Menschen selbst. Aus seinen Haltungen, seinen Entscheidungen und seinem Fortschritt wächst dieses Gebäude als Sinnbild einer Idee, die größer ist als ihre sichtbare Gestalt.
So wird der „Schritt nach vorn“ zum symbolischen Bauwerk Europas. Es steht für den Zusammenschluss vieler Nationen und für die Vision eines Kontinents, dessen wahre Stärke in der Begegnung seiner Menschen miteinander liegt. Eine Vision, die im Alltag oft übersehen wird, die dieses Bauwerk jedoch sichtbar macht und dauerhaft in den Köpfen und Herzen der Menschen verankern möchte.

Der „Schritt nach vorn“ ist mehr, als nur ein architektonisches Werk von Peter H. Kalb. Er macht sichtbar, dass Fortschritt oft dort beginnt, wo wir bereit sind, unsere gewohnten Sichtweisen zu verlassen. Das Bauwerk wird damit zu einem Statement für Entwicklung, Bewegung und den Mut, neue Wege zu denken. Es erinnert an den Schritt, den Europa und seine Menschen immer wieder gehen müssen, um aus Vielfalt eine gemeinsame und gerechte Zukunft entstehen zu lassen.
Eine neue Perspektive
Beim ersten Blick auf dieses Gebäude hielt der Baustatiker seine Errichtung für unmöglich. Die Form schien den Gesetzen der Statik zu widersprechen. Erst der Wechsel der Perspektive offenbarte ihre eigentliche Konstruktion.
Je nach Blickwinkel erscheint das Bauwerk oben breit und unten schmal. Aus einer anderen Richtung verändert sich dieses Bild vollständig. Plötzlich wirkt es oben schmal und unten breit – genau jene Form, die einem hohen Gebäude seine Stabilität verleiht.
Gerade darin liegt die eigentliche Botschaft dieses Bauwerks. Es verändert nicht seine Form – sondern unsere Wahrnehmung. Was unmöglich erschien, wird durch einen Perspektivwechsel möglich.
Europa braucht keinen anderen Weg, sondern häufiger einen anderen Blick. Denn viele Gegensätze verlieren ihre Unvereinbarkeit, wenn wir bereit sind, unsere Perspektive zu verändern. Der erste Schritt nach vorn beginnt deshalb nicht mit unseren Füßen, sondern mit unserer Wahrnehmung.




Die Körpersprache des Gebäudes ist eindeutig. Die abstrakte Form in der Körperhaltung gibt das Gebäude wieder.



Auszüge aus den Gesprächen mit
Prof. Dr. Dietrich Dörner, Universität Bamberg, Psychologie II, über die Auswirkungen des SCHRITT NACH VORN in dieser Dimension auf den Menschen: “Es ist von Wichtigkeit, dass es sich hier nicht um ein Bauwerk im herkömmlichen Sinne handelt. Bauwerke sind meist in ihrer Bewegung nach oben gerichtet. Hier steht uns ein Bauwerk als Skulptur vor, das seine Gesamtheit eindeutig nach VORNE bestimmt und in alle Richtungen Dynamik vermittelt. Es ist offen, leicht und es überrascht, weil es von jeder Seite anders fasziniert. “
Prof. Eugen Gomringer – 1978-1990 staatliche Kunstakademie Düsseldorf: “Das Vorbild dieser Skulptur ist also der Mensch, . . . der Mensch als gegliedertes Superzeichen. Und ganz gleich wie der aufrecht gehende Mensch ein plastisch ungewöhnlich vielseitiges Wesen ist, dessen Bewegungsrhythmus sich am ehesten filmisch wiedergeben lässt, so ist auch diese Skulptur ein plastisches Gebilde, das beim Rundumgang jeden Betrachtungsabschnitt verändert und dabei plastisch und dynamisch überzeugt.


