Gedicht von Andreas Ilch

Wenn Richten, … dann Aufrichten

Ein Gedicht zu den Skulpturen “Wenn Richten, … dann Aufrichten”

Wo des Richtens,
erfordert es des Aufrichtens.
Was wir zerstört haben,
bedarf des Aufbaus.

Doch nicht jeder nimmt wahr, 
was er angerichtet,
nicht jeder nimmt wahr, 
was er versäumt.

Ein ewiger Kreislauf,
schon seit Menschengedenken,
durchbrochen von einer Skulptur,
die so vielsagend.

Ein tragfähiges Monument aus Glas, 
eine Handreichung, 
zart und zerbrechlich, 
widerstands – und anpassungsfähig.

Ohne Worte Kraft gebend,
um Wurzeln zu fassen, 
um würdevoll sich aufzurichten,
sich selbst zu erkennen.

Gleichzeitig ein Mahnmal,
nicht nur sich selbst zu sehen,
sondern den Blick schweifend,
in geistiger Aufrichtung beizustehen.

Mahnend schweigend spricht sie zu mir
leise vier Worte voll inniger Bedeutung,
meine Hand bereit zu halten,
zu handeln im Sinne der Nächstenliebe.

Reichen wir einander die Hände,
würdigen wir uns aufrechten Blickes,
um die Welt ein Stück besser,
lebenswerter werden zu lassen.

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